17. März 2022

„Ja ist denn heute Abitur in der Grundschule?“ – so hätte manch einer fragen können, wenn er an diesem Tag einen Blick in die Turnhalle geworfen hätte. 32 Jungen und Mädchen aus den Klassen 2, 3 und 4 saßen verteilt in der gesamten Halle, mit Block und Schreibzeug bewaffnet. Sie brüteten tatsächlich über Mathe-Aufgaben, denn sie alle nahmen am Känguru-Wettbewerb der Mathematik teil.

Europaweit findet dieser Wettbewerb am gleichen Tag statt. Im Grundschulbereich richtet er sich an die Kinder der dritten und vierten Klasse, jedoch dürfen auch jüngere Mathe-Freaks daran teilnehmen. Ein bisschen Köpfchen ist dabei durchaus gefragt und auch bezogen auf die Leseleistung wird den Teilnehmern einiges abverlangt. Da kommt es zum einen auf jedes Wort an – heißt es beispielsweise „alle“, „jeder“, „kein“, „je“, „pro“, „nicht“? – zum anderen muss man mit einer großen Menge an Informationen zurechtkommen. 75 Minuten beträgt die Arbeitszeit, allein das ein gewaltiger Kraftakt für unsere jungen Schülerinnen und Schüler. Eine normale Probe in der vierten Klasse dauert gerade mal eine Dreiviertelstunde. Doch unsere Kinder stellten sich tapfer den Anforderungen und keiner gab auf.

Lust zum Mitraten, Rechnen, Probieren? Hier ein Beispiel aus dem letzten Känguru-Wettbewerb:
„Dorotheas Vater hebt in der Bank 80 Euro ab. Der Geldautomat kann 10-Euro-Scheine, 20-Euro-Scheine und 50-Euro-Scheine ausgeben. Dorothea überlegt, wie die 80 Euro zusammengestellt sein können. Wie viele Möglichkeiten gibt es?“

Wie unsere Kinder abgeschnitten haben, das werden wir Ende April erfahren, wenn die Preisverleihung stattfindet.
Und wer wissen möchte, ob er obige Aufgabe richtig gelöst hat, der muss erst noch eine Geheimschrift entziffern. Für jeden Buchstaben ist der Buchstabe zu setzen, der im Alphabet davor kommt. Es gibt „tjfcfo“ Möglichkeiten.

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